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12.03.2022

Raus aus dem Auto

Bewegung in der Natur ist Erleben pur - Impuls zum 2. Fastensonntag

Aktuell explodieren die Spritpreise, Autofahrer stöhnen auf. Viele Menschen sind auf mindestens ein Auto angewiesen. Mein Mann und ich besitzen zwei Autos, die wir beide für die Wege zur Arbeit brauchen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind leider keine Alternative für uns. Ich fahre fast täglich Auto, zumal ich auch noch auf dem Land wohne. Und dennoch versuche ich „unnötige“ Fahrtwege zu vermeiden. So verbinde ich Weg und Gelegenheit und erledige Dinge, wenn ich sowieso mit dem Auto unterwegs bin. So fahre ich beispielweise grundsätzlich einkaufen, wenn ich auf dem Heimweg bin. Oder fahre Tanken, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit mache. Ich fahre dafür nicht extra von zu Hause aus los. Da ich so viel Auto fahren „muss“, versuche ich einen autofreien Ausgleich zu schaffen.

Am Nachmittag geht es beispielsweise grundsätzlich raus zum Spaziergang mit meinem Kind. Dann heißt es ab in den Kinderwagen und raus ins Feld. Oder in den Weinberg. Mittlerweile läuft der kleine Mann, sodass sich die Spaziergänge nun länger gestalten. Er möchte die Welt selbst entdecken, selbst laufen. Dabei ist so vieles spannend: sei es das trockene Gras im Feld, der Sand auf dem Spielplatz, Hunde, die uns beim Spaziergang begegnen. Die ersten Blumen, die jetzt beginnen zu blühen. Alles möchte befühlt, beschnuppert und untersucht werden. Auch wird die Sonne fasziniert angeschaut, die kitzelt nämlich so schön in den Augen, dass man sie zukneifen muss. Und der Wind bläst einem so schön um die Ohren, dass die Augen tränen. Und die kleinen Hände können den Wind so schön spüren, wenn der kleine Mann seine Hand während der Kinderwagenfahrt in die Höhe streckt. Und draußen gibt es so viele Geräusche zu entdecken: der Traktor, der an uns vorbeifährt. Ein Hund, der bellt. Die Vögel, die in den Bäumen sitzen und so laut zwitschern, dass der Frühling bald Einzug hält.

Mein kleiner Mann zeigt mir jeden Tag, wie wundervoll diese Welt sein kann und was es im Alltag draußen so alles zu entdecken gibt – wenn ich mir die Zeit nehme und meine Umwelt beobachte, fühle, rieche, schmecke, höre. Gerade jetzt, wo der Winter sich langsam verabschiedet, und der Frühling die ersten Grüße schickt, ist es wundervoll die Natur neu zu entdecken. Ich schnappe mir gerne am Nachmittag meine Jacke, den kleinen Mann und tauche mit ihm ab in eine neue spannende, aufregende Welt – weil ich sie durch Kinderaugen sehen darf. Weil ich dankbar bin, so viel Natur um mich zu haben und den nahenden Frühling überall um mich herum zu sehen, zu riechen, zu fühlen. Weil ich mir bewusst die Zeit nehme und den Alltag auf meinen Spaziergängen ausschalte und meine Sinne auf die Natur konzentriere. Und mein Gesicht in die Sonne halte, um die Wärme und das Licht zu spüren. Das erdet mich, entschleunigt mich und tut einfach nur gut.

(Annika Schmidt, AG Schöpfungsverantwortung)

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