16.02.2022
Der Mensch ist nur so frei wie die anderen
Frankfurt am Main (16.02.2022). Workshop mit dem Duisburger Journalisten Heinrich Wullhorst
Der einzige Grund, aus dem die Menschheit befugt ist, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mitglieder einzumengen, sei der, sich selbst zu schützen, meinte er frei nach dem englischen Philosophen John Stuart Mill. So müsste auch die Impfkampagne gegen die Pandemie als Selbstschutz gesehen werden, bei dem das Gemeinwohl über das Recht des Einzelnen auf körperliche Unversehrtheit gestellt sei.
Wullhorst, langjähriger Pressereferent des bundesweiten Kolpingwerks in Köln, riet den rund dreißig Teilnehmenden des Workshops, die aus mehreren Bundesländern kamen, Covid-Leugnern mit Entschlossenheit zu begegnen. Er warnte davor, es allen gerecht machen zu wollen: „Für das Gemeinwohl ist es besser, dass alle geimpft sind.“
Bei der Diskussion in kleinen Gruppen und im Plenum widmeten sich die Teilnehmenden der Gefährdung von Menschenwürde im Alltag und was der oder die Einzelne gegen deren Verletzung tun kann. Ansätze zeigten sich vor allem bei Flüchtenden, Menschen mit Beeinträchtigungen, ungeborenen Kindern, rassistisch Angefeindeten und in der Arbeitswelt. Verletzt sahen einige aber auch die Würde der Frau in einer Kirche, die nur Männer zu den Weihen zulässt.
Der zweite von sechs Teilen des vom Kolpingwerk der Diözese Limburg veranstalteten Workshops stand unter dem Motto „Der Mensch bleibt Mensch“. Der nächste wird sich am Mittwoch, 16. März von 19 bis 21 Uhr online mit dem Thema „Die starke Gemeinschaft hilft, wenn erforderlich“ befassen. Interessierte können jederzeit ein- und aussteigen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen unter kolpingwerk-limburg.de/beitrag/christliche-soziallehre-online-workshopreihe/