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19.03.2022

Auf, auf... zum Pilgern

Der Weg ist das Ziel! Impuls zum 3. Fastensonntag

Beim Aufruf zum Pilgern fällt meistens und sofort der Camino, der Pilgerweg nach Santiago de Compostela, ein, der uralte Pilgerweg aus allen europäischen Ländern, der über die Pyrenäen nach Santiago de Compostela an der Nordwestecke von Spanien verläuft. In dem Zusammenhang kommt man auch an dem Film aus dem Jahr 2015 sowie dem Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ nicht vorbei, an der etwas sonderbaren Reise zu Fuß und mit dem Auto oder Bus, in wechselnder Gruppe oder auch allein, die dann auf merkwürdige Weise und irgendwie wirklich in Santiago endet. Als letztes Bild von diesem Film bleibt mir die riesengroße Glocke in Erinnerung, die von mehreren Mönchen noch von Hand geläutet wird.

Es gibt viele längere oder kürzere Pilgerwege in Europa, wie den Ignatiusweg in Katalonien im Norden Spaniens, der auf dem berühmten Kloster
Mont Serrat in den Bergen bei Barcelona endet. Oder der Bonifatiusweg von Mainz nach Fulda. Oder der Lutherweg von Worms nach Eisenach. Oder der Klostersteig im Rheingau vom Kloster Eberbach nach Aulhausen. Alle diese Pilgerwege sind für mehrere Tage oder Wochen angelegt.

Was bedeutet eigentlich das Wort Pilgern?

In Wikipedia ist das so beschrieben:

Pilger, veraltet auch Pilgrim („Fremdling“), stammt von lateinisch peregrinus (oder peregrinari, „in der Fremde sein“) ab. Ein Einzelner wurde früher als Pilgersmann oder Pilgersfrau bezeichnet. Im Kirchenlatein bezeichnet Pelegrinus eine Person, die aus Glaubensgründen in die Fremde zieht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unternimmt, zu Fuß oder auch unter Verwendung eines Transportmittels.

Der Anlass einer Pilgerfahrt kann eine auferlegte Buße sein, das Bemühen, einen Ablass zu gewinnen, die Erfüllung eines Gelübdes, ein bestimmtes Anliegen, geistliche Vertiefung oder die Abstattung von Dank. Ziel ist ein als heilig betrachteter Ort, etwa eine Wallfahrtskirche; das Pilgerwesen war und ist eng verbunden mit der Reliquienverehrung.“

Beim Wallfahren ist das Ziel wichtig, meist eine Wallfahrtskirche, und das gemeinsame Zusammensein ist wichtig. Beim Pilgern hingegen ist eher der Weg das Ziel. Verschieden sind auch die Erfahrungen, wenn man allein oder in einer Gruppe Gleichgesinnter unterwegs ist.

Ich möchte aber den Blick mehr in Richtung „Kurzpilgern“ bis zum „FünfMinutenPilgern“ hinlenken.

Die Fremde liegt nicht nur in weiter Ferne. Sie ist überall da, wo ich meinen Alltag verlasse, und mich öffne für das Hier und Jetzt.

Der Anfang des Pilgerwegs kann die eigene Haustür sein, oder ein Startpunkt an jedem anderen beliebigen Ort, z. B. an einem Parkplatz oder auch an einem Wallfahrtsort.

Ich kann mir ein Ziel aussuchen, oder ein Motto für den Weg.
Ich lasse mich durch Kapellen am Weg oder im Wingert (Weinberg) inspirieren oder finde ein Thema auf den Wegekreuzen, die ja auch mitten im Ort stehen können, anhand der der dort eingemeißelten Texte und Sprüche.
Oder ich gehe meinen eigenen Gedanken unterschiedlicher Art nach.

Für ein Pilgern in diesem Sinn ist wirklich nicht viel Vorbereitung nötig. Ihr könnt einmal, mehrmals, jede Woche oder täglich auf den Pilgerweg gehen. Wichtig hierzu ist immer der erste Schritt und en waches Bewusstsein. Egal ob es fünf Minuten sind oder ein ganzer Tag. Mit der Zeit findet ihr dann beim Pilgern auch die nötige Ruhe und Muße, für gute Gedanken.

Auf, auf! Ziehen wir unsere Pilgerstiefel an und machen den ersten Schritt!

(Peter Allert, AG Schöpfungsverantwortung Kolpingwerk DV Limburg)

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