09.02.2021
Rekordergebnis bei Schuhsammlung
3.328 Paar gut erhaltene Schuhe mit einem Gewicht von 2.035 Kilogramm hat die Oberurseler Kolpingfamilie von Anfang Dezember bis Ende Januar gesammelt. Alfons Happel und Lieselotte Netz, die die Aktion zum dritten Mal durchführten, waren vom Zuspruch überwältigt. Die örtliche Kolpingfamilie beteiligte sich an der bundesweiten Sammelaktion des Kolpingwerkes Deutschland unter dem Motto „Mein Schuh tut gut!“. Der Erlös kommt der Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland zugute, die ihn für Projekte mit jungen Menschen in der Arbeitswelt und in der Familie im In- und Ausland verwendet.
Als die Oberurseler Kolpingfamilie 2018 zum ersten Mal teilnahm, kamen 599 Paar Schuhe mit 400 Kilogramm Gewicht zusammen. Bei der Aktion 2019 waren es 1.726 Paar bzw. 1.097 Kilogramm. „Diesmal haben uns die Leute fast überrannt“, berichtet Happel. Sie kamen aus der weiten Umgebung zum Haus Netz an der St.-Ursula-Kirche und lieferten Schuhe aller Größen ab, meist in gutem Zustand. „In der Corona-Zwangspause wurden Kammern und Keller aufgeräumt. Auch aus Nachlässen kamen größere Lieferungen“, so Happel.
113 Kisten mit Schuhen wurden an ein von der Kolping Recycling GmbH in Köln beauftragtes Werk geschickt. Gebrauchte und gut erhaltene Schuhe seien eine Ware, die weltweit gehandelt wird, betont Happel. Sie würden im Sortierwerk nach Qualität und Nutzungsmöglichkeiten bewertet und überwiegend in Afrika, Nahost oder Osteuropa vermarktet.
Ein Drittel der Menschen in Afrika lebe vom Handel mit Gebrauchtem. Als Konkurrenz zur dortigen Schuhindustrie sehe man die Importe nicht. Insbesondere in ländlichen Regionen Afrikas seien gebrauchte Schuhe aus Deutschland die einzige Möglichkeit, günstige, gut erhaltene und qualitativ hochwertige Schuhe mit langer Haltbarkeit zu kaufen. Das könnten asiatische Billigimporte nicht bieten. Gebrauchte Schuhe seien in Deutschland oft nur wenige Monate getragen und damit aktuell und modisch. „Weltweit sollten die Menschen mit einem individuellen Kleidungsstil ihre Persönlichkeit unterstreichen und an Modetrends teilhaben dürfen“, regt Happel an, der häufig in Tansania war und dort praktische Entwicklungshilfe geleistet hat.
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Lieselotte Netz und Alfons Happel packen die letzten von 113 Umzugskartons voll mit gespendeten Schuhen und verschicken sie zur Weiterverwertung.
40 Paar Schuhe passen in der Regel in einen Karton, der für den Pakettransport nicht schwerer als 30 Kilogramm sein darf.