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27.08.2020

Ein Kolpingstuhl auf Reisen

Bei einer geselligen Runde sind Stühle meist unverzichtbar. Dass nun eine ganz besondere Sitzgelegenheit selbst im Mittelpunkt eines Treffens im Limburger Diözesanverband des Kolpingwerkes stand, ist eher ungewöhnlich.

Eine nicht alltägliche Anfrage erreichte Lothar Höhn vor einiger Zeit. Der Vorsitzende der Kolpingfamilie Hofheim im Taunus erfuhr von einem ganz besonderen Stuhl und seiner Besitzerin Johanna Schneider-Schwarz. Der 80-jährigen Hofheimerin war es ein Anliegen, dass ihr „Kolpingstuhl“, wie er in ihrer Familie schon immer genannt wurde, künftig einen würdigen Platz bekommen soll.

Doch warum eigentlich „Kolpingstuhl“ und wie kam er in den Taunus? Ursprünglicher Stuhlbesitzer war Sebastian Schäffer, der von 1828 bis 1901 lebte und als zweiter Generalpräses des Kolpingwerkes (damals noch Katholischer Gesellenverein) direkter Nachfolger von Adolph Kolping war. „Sein Bruder Anton Schäffer war mein Großvater“, erzählt Johanna Schneider-Schwarz, die schließlich in Besetz des Stuhls kam und ihn jahrelang bei sich in Hofheim aufbewahrte.

Die kinderlose Frau wollte den Stuhl zukünftig in guten Händen wissen und hat sich an die Hofheimer Kolpingfamilie gewandt, die durch Vermittlung von Gabi Nick, der Geschäftsführerin des Diözesanverbandes Limburg, mit dem Internationalen Kolpingwerk in Köln in Kontakt kam. Dessen Generalpräses Ottmar Dillenburg und Generalsekretär Markus Demele zeigten großes Interesse am Stuhl und kürzlich kam Markus Demele zu Besuch in den Taunus, um das gute Stück sogar persönlich abzuholen. Bei einem gemeinsamen Treffen mit Johanna Schneider-Schwarz, Gabi Nick und Lothar Höhn gab es zugleich noch die Familienchronik und alte Familienfotos des Urgroßvaters zu bestaunen.

„Wir freuen uns sehr und sind dankbar, dass Frau Schneider-Schwarz uns diesen besonderen Stuhl anvertraut hat“, äußerte sich Markus Demele bei seinem Besuch. Er versprach der Hofheimerin, dem gut erhaltenen Stuhl ihres Großonkels einen ehrenhaften Standort zukommen zu lassen. Zur Überlegung stehen der Sitz von Kolping International in Köln oder das Kolping-Museum in der Kolping-Geburtsstadt Kerpen.

(mb)

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