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Jo Jasper zu Kolpings Wert des Miteinanders in der Krise

Kolping unterstützt als „Weltfamilie“ in Corona-Zeiten Mitbürgerinnen und Mitbürger und muss auf vieles verzichten
Jo Jasper zu Kolpings Wert des Miteinanders in der Krise
Jo Jasper zu Kolpings Wert des Miteinanders in der Krise
Der Texter und Musiker Jo Jasper schrieb vor 20 Jahren das Lied „Wir sind Kolping“. © Markus Schwab

Von Andreas Kossmann, Kolping DV Trier
Für viele Kolpingsfamilien […] beginnt das Jahr im öffentlichen Terminkalender mit fröhlichen Karnevalsveranstaltungen, welche noch durchgeführt werden konnten, doch dann holte das Corona-Virus auch die Bundesrepublik Deutschland ein und verbreitete sich mehr und mehr. Aktuell kann noch niemand sagen, wann sich die Situation wieder normalisiert, wann wieder Gottesdienste besucht, Veranstaltungen durchgeführt werden können und die Kommunion empfangen werden kann. Auch gibt es aktuell Einschränkungen bei der Beisetzung lieber Verstorbener, somit auch bei verdienten Kolpinggeschwistern,  welche nicht in dem Rahmen beigesetzt werden können, wie man es ansonsten gewohnt ist.


Solidarität wird bei Kolping groß geschrieben


Dennoch zeigt sich die Solidarität der Kolpingbrüder und -schwestern in vielen Orten. Sie engagieren sich, packen an, helfen wo sie können und vermitteln so im Sinne ihres Verbandgründers eine große Solidarität und Hilfsbereitschaft für die Gesellschaft.
Der Texter und Komponist Jo Jasper schrieb zum Kolpingtag 2000 das Lied „Wir sind Kolping“, welches dieses Engagement in besonderer Weise zum Ausdruck bringt.
Mit ihm unterhielt sich Andreas Kossmann von der Kolpingsfamilie Rheinbrohl. Sein Lied gibt viele Impulse und Denkanstöße und in Jaspers neu erschienenem Buch „Ein Lied zieht seine Kreise“, welches Reflexionen zum seinem Lied „Wir sind Kolping“ bietet, kann man die Intensionen und Gedanken des Texters nachempfinden.


Kolping steht gerade jetzt in der Krise für den Wert des Miteinanders


„Vieles kommt nun, in Krisenzeiten umso deutlicher zum Klingen, wie zum Beispiel die Fragen dieser Zeit, die ich im Text von "Wir sind Kolping" anspreche“, so Jasper. „Die Zeit, in der wir jetzt leben birgt eine Chance, diesen Fragen existenziell näher zu kommen. Kolping steht für mich in dieser schwierigen Zeit für Glauben und Handeln. Wenn ich mich an den Aussagen Adolf Kolpings festmache, wenn er unter anderem sagt: „Wer Menschen gewinnen will, muss sein Herz zum Pfande einsetzen", dann spricht er für mich von einem Menschen, der das mit ganzer Hingabe tut und sich selbst für eine Sache hingibt. Wer, wenn nicht Jesus selbst kann uns hier zum Vorbild werden. In einer Welt des Raubtierkapitalismus, wie es kürzlich eine Bekannte so schön formulierte, braucht es gerade jetzt die Werte des Mitfühlens und die von Jesus beschriebene Nächsten- und Feindesliebe. Kolping sagte: „die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist." Ich arbeite seit Jahren in meinen Songprojekten mit dem Kolping-Bildungswerk in Bamberg zusammen. Die Arbeit mit arbeitslosen Jugendlichen macht mir viel Freude. Viele von Ihnen haben große Schwierigkeiten, in ein gelingendes Leben zu finden. Wolfram Kohler ist der Vorstand des Kolping-Bildungswerkes-Bamberg. Gemeinsam haben wir das Buch "Wir sind Kolping - ein Lied zieht Kreise" geschrieben. Kolping steht, gerade jetzt in der Krise, für den Wert des Miteinanders, den Versuch, gerade auch die Nichtgesehenen, mitzunehmen und Ihnen Angebote zu machen, sie mit hineinzunehmen. In einer Gesellschaft, in der zur Zeit der Industrialisierung, die Gewinnmaximierung anfing, hat Kolping versucht, den einzelnen Menschen zu sehen. Er hatte Jesus zum Vorbild. Deshalb heißt es ja im Refrain von "Wir sind Kolping" ... Gottes Liebe weitertragen in die Welt hinein, zusammenleben nicht allein. Das ist das stärkste Signal in die Krise hinein, wie ich finde.“


Begegnung mit Adolph Kolping durch das Lied


Jo Jasper lernte Kolping eigentlich erst durch die Entstehung dieses Liedes näher kennen. „Dadurch ist Adolph Kolping mir vertrauter geworden. Natürlich kannte ich den Namen Kolping, zum Beispiel verbunden mit dem Kolpingsaal in meiner Heimatstadt, indem ich als junger Musiker auftrat. Sonst wusste ich eher weniger von Kolping.“
Eine „Begegnung“ durch die Liedentstehung mit dem Gesellenvater, welche den Texter und Komponisten bis heute prägt. Und letztlich war es damals ein Freund, der ihn auf die Ausschreibung eines neuen Kolpingliedes aufmerksam machte. „Ich studierte die Leitlinien des Kolpingwerkes. Dabei haben mich die sozialen Ideen Kolpings, sein Glauben und seine Tatkraft, die in den Leitlinien umgesetzt waren, angesprochen. Ich nahm mir vor, sie auf eine musikalische Weise ins Hier und jetzt zu übertragen.“
In seinem Lied spielen Begriffe und Textpassagen wie „Da sein um zu helfen, Nöte zu sehn“, „sich nicht verschließen, vorwärts zu gehn“, „Weltfamilie“, „lebendig und stark“, „Zufluchtsort für jeden“ „gemeinsam Wege gehen“, um nur einige zu nennen, eine stets wiederkehrende Aussage. Kolping will „Zukunft baun, leben aus dem Glauben, weil wir vertraun“ und so lassen sich die Kolpingsfamilien auch in dieser Zeit trotz aller Widrigkeiten nicht entmutigen, sondern setzen sich ein, um zu helfen, wo Not am Mann ist.


Engagement von Kolping im Bistum


Die Rückmeldungen zum Aufruf des Diözesanverbandes das Engagement vor Ort zu schildern, zeigen die Vielfältigkeit der Aktivitäten, die hier initiiert und aktiv umgesetzt werden. Entweder sind es eigene Aktionen der Kolpingsfamilien oder die Beteiligung an anderen Initiativen durch befreundete Vereine oder Gemeinden. Natürlich gibt es einzelne Ortsgruppen, welche aufgrund ihrer Altersstruktur und der damit einhergehenden Zugehörigkeit zu den Risikogruppen nicht (mehr) aktiv sein können, sich aber dennoch dem Aufruf angeschlossen haben und den Einsatz im Sinne Kolpings besonders hervorhoben und lobten. Dieser Dank gilt dabei ausdrücklich allen Helfern im Bereich der Kranken- und Pflegeberufe, den Hilfsorganisationen wie Feuerwehren, THW, Polizei und weiteren zahlreichen Ordnungskräften sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Initiativgruppen aus kirchlichen, weltlichen und sportlichen Vereinen, welche Unterstützung für die Menschen vor Ort leisten. Den Verkäuferinnen und Verkäufern, den Fahrern von Bus und Bahn sowie allen, die das Leben aufrechterhalten. Auch den Priestern und ihren Seelsorgeteams, die, vor allem an Ostern, Kraft spendende Online-Gottesdienste hielten und auch weiterhin halten. Sie alle seien ein „Herzstück der Hilfe für Betroffene“, wie ein Kolpingsvorsitzender schreibt.  

Die CD „Herz zum Pfand“ (Lebenslieder nach Zitaten von Adolph Kolping/12,00 Euro) sowie das Buch „Wir sind Kolping – Ein Lied zieht seine Kreise“ (9,90 Euro/beides von Jo Jasper) sind bei Andreas Kossmann unter akossmann-presse@web.de erhältlich.

Hinweis: Am Dienstag, 12. Mai 2020, um 19.30 Uhr macht Jo Jasper auf seinem Facebook Kanal live ein Special über das Lied. Vielleicht seid ihr interessiert?

 

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