31.01.2021
Dank in Corona-Zeiten
Wir können Gott danken …
… dass wir noch leben. Häufiger als einmal kommt mir dieser Gedanke, wenn ich täglich auf der Titelseite meiner Heimatzeitung die Corona-Todeszahlen lesen muss. Und auch die Zahlen der Corona-Erkrankungen in unserer Stadt. Nicht selten sind es 0,5 Prozent der Einwohner. Zum Glück: „Noch mal davon gekommen …“, denke ich mir dann. Vielleicht geht es anderen Kolpingschwestern und -brüdern, fast alle in der sogenannten Risikogruppe, auch ähnlich.
Vielleicht ist es unverdientes Glück oder auch der unerschütterliche Glaube an die Hoffnung, dass irgendwann das vielbesagte Licht am Ende des Lockdown-Tunnels kommen sollte.
Es ist richtig, dass es nach Ostern einen vom Bundespräsidenten vorgeschlagenen offiziellen Gedenktag für die Opfer der Corona-Pandemie geben soll. Es ist schier unglaublich, was dieser unsichtbare Virus mit uns Menschen gemacht hat. Viel zu viele – alle unschuldig – sind daran gestorben. Multipliziert diese Zahlen mit den Angehörigen, die ob des Verlustes trauern, und schon kommt man schnell in den Bereich von einer Million Menschen alleine in Deutschland. Unfassbar, die Todesanzeigen von liebgewonnenen Menschen zu lesen.
Die vorösterliche Fastenzeit braucht auch in diesem Jahr nicht mit liturgischen Ritualen belegt und ausgefüllt zu werden. Das wahre Leben draußen ist Fastenzeit genug. Im Lockdown sind viele einsam geworden, alleine, in den eigenen vier Wänden. Nicht wenigen fehlen eine persönliche Ansprache und die Dialogmöglichkeit. Ganz zu schweigen von der Situation in den Altenheimen, wo nur noch die wirklich nächsten Nahen zum Besuch kommen. Trotz alledem: Werdet nicht der Schutzmaßnahmen müde, behaltet die Disziplin. Der weit überwiegende Teil der Corona- Regeln ist richtig und wichtig! Es ist leider wahr: Jede persönliche Begegnung birgt ein Risiko!
Und es kann auch nicht häufig genug wiederholt werden: Chapeau allen Mitarbeitenden in den Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen! Ihr leistet großartiges, Ihr seid die wirklich Systemrelevanten. Danke für Euren Einsatz und jede helfende Hand.
Noch was, speziell zu unseren Kolpingfamilien: Ich denke, gerade jetzt ist es wichtig, wahre Treue zu bekunden und auch Mitglied zu bleiben. Gerade jetzt, wenn keine Busfahrt unternommen wird und kein Gemeinschaftstreffen stattfinden kann. Jetzt geht es um die grundsätzliche Idee, gerade auch bei Kolping International, wo im Bereich der Entwicklungshilfe so viel Gutes unternommen wird.
Kolping-Solidarität zeigt sich gerade in dieser Zeit auch einfach in der Tatsache, weiter Mitglied zu bleiben, seinen Beitrag zu zahlen. Also: Bleibt uns treu und vor allen Dingen: Bleibt gesund! Ich bin mir sicher: Wir sehen uns und wir umarmen uns auch wieder!
(ts)