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Woraus lebe ich?

Kraftquellen meines Lebensstroms
Woraus lebe ich?
Woraus lebe ich?
© Ulrike Schneider

Ich komme gerade aus Israel zurück und durfte staunend an den Jordanquellen stehen. Spontan fiel mir das Lied „Alle meine Quellen entspringen in dir“ dazu ein und auch der Psalm 87 - nach der Übersetzung von Huub Ooesterhuis:

„Er will bei Menschen sein.

So lautet sein Name.

In tiefen Tälern, auf hohen Ebenen,

an Flüssen von Tränen.

Wo wir Ihn rufen, Ihm singen,

da wird Er sein.

In Sion wird Er gerufen

von verzweifelten Stimmen,

Da steht das Zelt der Begegnung,

da verweilen seine Worte.

Dort hat er begonnen, dort,

für alle Völker erreichbar.

Ich hörte in fremden Sprachen:

Da sind auch wir geboren.

Und ich wusste und bejahte:

Da entspringt meine Quelle“.

Was für eine Menge Wasser! Was für ein Strömen! Was für eine Kraft. Dann kommt bei mir die Frage auf: „Welche Quellen speisen eigentlich meinen Lebensstrom, meinen Lebensweg?

Welche Quelle ist für mich wichtig? Letztlich ist es die Frage: Woraus lebe ich? Diese Frage kommt mir auch in den Sinn, wenn ich an all die Verordnungen, Einschränkungen und Veränderungen denke, die durch den Virus mein Leben schlagartig verändern. Spüre ich jetzt, dass mein Wasserspiegel sinkt, dass meine Quelle versiegt? Schütte ich gerade meine Quellen zu? Ziehe ich mich total zurück? Wo muss / wo kann ich meine Quellen in diesen schweren Zeiten zum „Springen“ bringen. Wo spüre ich, Gott ist da, er geht auch in diesen Zeiten mit uns. Wo kann ich für andere zur Quelle werden? Staunend, zweifelnd, erwartungsvoll schaue ich auf mein Leben. Viele Fragen kommen auf und erwarten eine Antwort. Finde ich die Antwort alleine - oder brauche ich Mitstreiter, die ich anrufen kann, die ich anschreiben kann, die mit mir in diesen Zeiten im Gebet unterwegs sind.

Lasst uns mit Gottvertrauen und im gemeinsamen Gebet, der Angst eine Absage erteilen, denn „du bist das Wort, das mit uns geht, dass uns trägt und uns die Richtung weist“.

Ulrike Schneider, geistliche Leiterin des Bezirks Rhein-Lahn, Kolpingwerk Diözesanverband Limburg