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Corona-Zeiten in unserer afrikanischen Partnergemeinde

Die aktuelle Situation in Chipulukusu, Sambia
Corona-Zeiten in unserer afrikanischen Partnergemeinde
Corona-Zeiten in unserer afrikanischen Partnergemeinde
© Kolpingfamilie Flörsheim

Corona-Zeiten in Chipulukusu / Sambia

(KF Flörsheim)

Zuletzt hatten wir an Ostern Kontakt mit Father Isaac, dem Gemeindepfarrer unserer Partnergemeinde St. Charles-Lwanga in Chipulukusu, Sambia. Wir hatten zuvor eine E-Mail geschickt mit einer ins Englische übersetzten Anleitung zum Nähen von Community-Masken. Welche wichtige Rolle sie im Kampf um Corona spielen, war uns hier in Deutschland schon bekannt und es sollte ein kleines Zeichen der Verbundenheit und der Sorge füreinander sein. Außerdem hatten wir angefragt wie wir ihnen in dieser schwierigen Zeit helfen könnten.

An Ostern waren die Schulen bereits seit 3 Wochen geschlossen, es durften keine Zusammenkünfte und Gottesdienste mehr stattfinden. und es gab in Sambia 40 Corona-Fälle. Es waren 2 Personen gestorben, 28 Personen wieder genesen und 10 Personen noch in Krankenhäusern. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich im Copperbelt, der Region um Ndola, 2 Fälle. Einer davon direkt in Ndola. Father Isaac berichtete uns, dass er die Nähanleitung geprüft hätte und sie an Frauen in der Gemeinde weitergeben würde.

Keine Arbeit, kein Geld, keine Mahlzeiten

Doch leider sollte es bis Christi Himmelfahrt dauern bis wir wieder Kontakt mit unseren Partnern in Chipulukusu hatten. Zwischenzeitlich wurde auch in Sambia ein kompletter Lockdown verhängt und alle müssen zuhause bleiben. Es darf keiner zur Arbeit gehen und die vielen kleinen Verkaufsstände, durch die viele Familien ihren Lebensunterhalt sichern, sind ebenfalls verboten. Das heißt für viele Gemeindemitglieder, dass sie kein Geld haben. Da auch die Schulen geschlossen sind erhalten auch die Lehrer kein Gehalt und auch der Pfarrer nicht denn er wird durch die sonntägliche Kollekte finanziert. Aber auch alle anderen Gemeindeaktivitäten wie z.B. die finanzielle Unterstützung von Armen, Waisen und Witwen kann nicht mehr stattfinden da es durch die fehlenden Gottesdienste keine Einnahmen mehr gibt. Und es kommen immer mehr Gemeindemitglieder und bitten um Geld damit sie sich wenigstens eine Mahlzeit am Tag leisten können.

Durch die Einschränkungen ist es auch kaum möglich über Internet mit unseren Partnern zu kommunizieren. Internet kann sich kaum ein Bewohner von Chipulukusu dauerhaft leisten. Also ist dies nur punktuell und meist nur durch Internetcafés möglich, was aber durch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit ein weiters großes Hindernis ist. Es bleibt somit nur das Telefongespräch. Aber auch die Telefonverbindung ist nicht immer stabil. So kam es, dass wir erst jetzt wieder Kontakt hatten.

Nun haben wir eine Aufstellung der Gemeinde erhalten, was benötigt wird um auf der einen Seite den Fortbestand der Schule nach dem Lockdown zu sichern und auf der anderen Seite die Situation der Highschoolschüler*innen und der beiden im Studium befindlichen Lehrkräfte so zu gestalten, dass sie ihre Prüfungen bestehen und weiter machen können. Aber es wird auch um konkrete finanzielle Unterstützung für die Speisung der Ärmsten und Kranken sowie für die Beschaffung von Hygienemittel zur Bekämpfung von Corona-Infektionen gebeten.

EuroZMW2020Period
1.632,0032.105,00Studie fees teachers12 Months
2.040,0040.131,00School fees Highschool12 Months
120,002.360,00School fees St. Charles-Lwanga-School12 Months 
304,00 
6.000,00
 
Teacher's salaries (6 teachers)6 Months
304,006.000,00School supplies:
Textbooks, chalk, exam costs, stationery, copies, internet etc
 6 Months
243,004.800,00Extra lessons for scholarship holders that are currently in graduation classes (2x 12th grade students and 2x 9th grade students)
Schedule: 2 hours of home schooling per day, final exams in november
6 Months
456,009.000,00Additional costs for teachers' college education (currently 2 candidates)6 Months
1.064,0021.000,00Renovation of the sanitary facility 
3.135,0061.605,00Completion of the classroom and office construction: Windows, window frames, panels, furniture, electricity,  paintings, doors 
912,0018.000,00Covid-19 related hygiene requirements: Face masks, disinfectants, soap etc.6 Months
466,009.200,00Funds to help the elderly, sick and vulnerable people with food etc.3-4 Months
10.676,00    359.665,00  

 

Die Summe von 10.676,- € wird benötigt. Vielleicht fragt sich der eine oder die andere warum ausgerechnet jetzt die Klassenräume fertig gestellt und das Sanitärgebäude renoviert werden müssen und warum auf einmal die Gehälter für die Lehrer zusätzlich von uns übernommen werden sollen. Hierzu ist zu sagen, dass es in Sambia kein Sozialversicherungssystem gibt aus dem man Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld erhält. Das es nach den ersten Lockerungen für die Schulen die gleichen Auflagen wie in Deutschland gibt. D.h. es dürfen nur 15 Schüler in Räumen unterrichtet werden wo vorher 50-70 Schüler unterrichtet wurden. Es müssen Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten für die Schüler und Gottesdienstbesucher bereitgestellt werden. Die Abstandsregeln sind wie bei uns einzuhalten. Was dies bedeutet davon kann jede Mutter und jeder Vater bei uns ein Lied singen.

Damit die Lehrer nicht in andere Schulen abwandern, sollen sie über die Zahlung eines kleinen Gehaltes während der Krise an der Schule gehalten werden. Denn ohne Lehrkräfte kann auch kein Unterricht angeboten werden wenn es wieder möglich ist. Und was das alles bedeutet und kostet, wissen auch wir hier in Deutschland nur zu gut. Nur dass es für unsere Partner aus finanzieller Sicht noch viel einschneidender ist als für uns.

Kolpingfamilie übernimmt die Verantwortung für ihre internationale Partnerschaft

Für uns als Kolpingfamilie ist es wichtig, dass die Arbeit, das Engagement und auch das Geld, das auf beiden Seiten der Partnerschaft in das Schulprojekt gesteckt wurde, nicht durch Corona zunichte gemacht wird. Wir müssen sonst alle wieder bei Null anfangen. Daher haben wir, der Arbeitskreis Partnerschaft Chipulukusu, entschieden, dass die für Projekte in 2020 und 2021 vorgesehenen Spenden jetzt an unsere Partner überwiesen werden. Wir möchten damit ein Zeichen setzen, dass wir auch in dieser schwierigen Zeit für sie da sind und sie nach unseren Möglichkeiten unterstützen. In jeder Partnerschaft gibt es einfache und gute Zeiten aber auch schwierige Zeiten. Und genau dann muss man füreinander da sein und sich gegenseitig helfen. Schon Adolph Kolping sagte: „Wenn man Freud und Leid miteinander teilt, wächst man zusammen.“

Für unsere Partner der St. Charles-Lwanga-Gemeinde geht es, wie für die meisten Menschen in armen Ländern, um weit mehr als die Corona-Pandemie zu überstehen. Für sie geht es um ihre gesamte Existenz und das Überleben auch nach Corona. Um unsere Partnergemeinde weiterhin unterstützen zu können, auch mit weiteren Geldern für Lebensmittel und Hygieneartikel während der Pandemie, sind wir weiterhin auf deine / Ihre Hilfe angewiesen. Jede noch so kleine Spende hilft die Zukunft der Menschen in unserer Partnergemeinde St. Charles-Lwanga zu verbessern.

An dieser Stelle möchten wir uns bei all unseren Unterstützern auch im Namen unserer Partner sehr herzlich bedanken. Schön das es euch / Sie gibt.

Eine Zuwendungsbestätigung für das Finanzamt stellen wir selbstverständlich gerne aus.

 

Dafür hat die Kolpingfamilie Flörsheim  ein Sonderkonto „Partnerschaftsarbeit Projekt Sambia/Chipulukusu“ bei der Taunussparkasse angelegt:

IBAN DE 04 5125 0000 00 34 00 34 16

BIC: HELADEF1TSK

Verwendungszweck: Spende Chipulukusu/Sambia“